Ein Akku-Bohrschrauber ist ein handgeführtes Elektrowerkzeug zum Bohren und zum Ein- und Ausdrehen von Schrauben. Ein wiederaufladbarer Akku versorgt den Elektromotor mit Energie. Das Gerät benötigt deshalb während der Arbeit keinen direkten Anschluss an eine Steckdose. Akku-Bohrschrauber werden im Handwerk und bei Heimwerkerarbeiten eingesetzt, beispielsweise beim Möbelbau, beim Montieren von Bauteilen und beim Bohren in Holz, Kunststoff oder geeignete Metalle.
Im Unterschied zu einem reinen Akkuschrauber besitzt ein Akku-Bohrschrauber in der Regel ein Bohrfutter, in das sowohl Bohrer als auch Schrauberbits eingesetzt werden können. Für Beton oder sehr hartes Mauerwerk ist ein gewöhnlicher Akku-Bohrschrauber ohne Schlagfunktion nicht vorgesehen.
Aufbau und Funktionsweise
Beim Betätigen des Schalters setzt der Elektromotor über ein Getriebe das Bohrfutter in Drehung. Darin wird ein passender Bohrer oder ein Schrauberbit eingespannt. Mit einem Umschalter lässt sich die Drehrichtung ändern, sodass Schrauben eingedreht oder gelöst werden können.
- Elektromotor: Erzeugt die Drehbewegung.
- Getriebe: Passt Drehzahl und Drehmoment an die jeweilige Arbeit an.
- Bohrfutter: Nimmt Bohrer oder einen passenden Bithalter auf. Viele Geräte besitzen ein von Hand bedienbares Schnellspannbohrfutter.
- Drehmomentvorwahl: Begrenzt bei entsprechend ausgestatteten Geräten das übertragene Drehmoment beim Schrauben.
- Rechtslauf und Linkslauf: Ermöglichen das Eindrehen und Lösen von Schrauben.
- Akku und Schalter: Versorgen den Antrieb mit Energie und ermöglichen häufig eine stufenlose Steuerung der Drehzahl.
Abhängig vom Modell können eine Arbeitsleuchte, eine elektronische Bremse, ein Zusatzhandgriff oder ein Schutz gegen plötzliches Verdrehen bei blockierendem Werkzeug hinzukommen. Diese Merkmale sind nicht bei jedem Gerät vorhanden.
Schrauben und Bohren mit einem Gerät
Zum Schrauben wird ein zur Schraube passender Bit verwendet, beispielsweise für Kreuzschlitz-, Pozidriv- oder Torx-Antriebe. Der Bit muss richtig sitzen, damit Schraubenkopf und Werkzeug nicht beschädigt werden. Eine einstellbare Drehmomentkupplung hilft, Schrauben kontrolliert einzudrehen. Besonders bei empfindlichen Materialien empfiehlt es sich, zunächst mit einer niedrigen Einstellung zu beginnen.
Zum Bohren wird ein auf das Material abgestimmter Bohrer in das Bohrfutter eingespannt. Holz, Kunststoff und Metall verlangen unterschiedliche Bohrertypen und geeignete Drehzahlen. Bei großen Holzschrauben kann Vorbohren sinnvoll oder erforderlich sein, um das Holz vor dem Aufspalten zu schützen. Die zulässigen Bohrdurchmesser hängen vom Gerät und vom Werkstoff ab.
Drehmoment, Drehzahl und Akku
- Drehmoment in Newtonmetern (Nm): Kennzeichnet das Drehmoment, das ein Gerät übertragen kann. Höhere Werte können bei größeren Schrauben und anspruchsvollen Arbeiten nützlich sein. Hersteller unterscheiden häufig zwischen weichem, hartem und maximalem Drehmoment; diese Angaben sind nicht immer direkt vergleichbar.
- Drehzahl in Umdrehungen pro Minute: Gibt an, wie schnell sich das Werkzeug dreht. Beim kontrollierten Schrauben sind niedrige Drehzahlen hilfreich. Zum Bohren werden abhängig vom Werkstoff und Bohrerdurchmesser andere Drehzahlen benötigt.
- Gangschaltung: Viele Akku-Bohrschrauber besitzen zwei Gänge. Im ersten Gang steht bei geringerer Drehzahl ein höheres Drehmoment zur Verfügung. Der zweite Gang liefert höhere Drehzahlen und wird häufig zum Bohren verwendet.
- Akkuspannung in Volt (V): Häufige Geräteklassen sind 12 und 18 Volt. Die Spannung allein bestimmt weder die Leistung noch die Eignung für eine bestimmte Arbeit.
- Akkukapazität in Amperestunden (Ah): Beeinflusst zusammen mit Spannung, Last und Arbeitsweise die mögliche Laufzeit. Größere Akkus können auch mehr Gewicht mitbringen.
- Bohrfutterspannbereich: Bestimmt, welche Schaftdurchmesser das Bohrfutter aufnehmen kann.
Unterschiede zu verwandten Werkzeugen
Ein reiner Akkuschrauber ist meist kleiner und hauptsächlich für Schraubarbeiten ausgelegt. Ein Akku-Bohrschrauber verbindet Schraubfunktion und normales Bohren. Ein Akku-Schlagbohrschrauber besitzt zusätzlich ein zuschaltbares Schlagwerk, mit dem sich je nach Gerät und Untergrund auch in Mauerwerk bohren lässt. Für größere Bohrungen in hartem Beton ist ein dafür geeigneter Bohrhammer häufig die bessere Wahl. Ein Drehschlagschrauber arbeitet dagegen mit schlagartigen Drehimpulsen und ist vor allem für bestimmte kraftintensive Schraubverbindungen gedacht.
Typische Einsatzgebiete und Auswahl
Akku-Bohrschrauber eignen sich zum Montieren von Möbeln, zum Befestigen von Beschlägen, für Holzverbindungen sowie für viele Montage- und Reparaturarbeiten. Bei der Auswahl zählen nicht nur die maximale Drehkraft, sondern auch Gewicht, Handhabung, Bohrfutter, Drehzahlregelung und die zu bearbeitenden Materialien. Ein kompaktes Gerät kann bei Überkopfarbeiten und beengten Platzverhältnissen angenehmer sein als ein größeres Modell.
Wer bereits Akkuwerkzeuge besitzt, sollte auf die Kompatibilität innerhalb des jeweiligen Akkusystems achten. Akkus und Ladegeräte unterschiedlicher Systeme sind nicht allein wegen derselben Spannungsangabe austauschbar.
Sicherer Umgang beim Bohren und Schrauben
- Vor dem Einsatz die Bedienungsanleitung lesen und prüfen, ob Werkzeug, Akku, Bohrer und Bit unbeschädigt sind.
- Das Werkstück gegen Verrutschen und Mitdrehen sichern. Kleine Werkstücke nach Möglichkeit festspannen.
- Beim Bohren eine geeignete Schutzbrille tragen. Lange Haare sichern und lose Kleidung sowie Schmuck von rotierenden Teilen fernhalten. Bei rotierenden Bohrern keine Handschuhe tragen, die erfasst werden könnten.
- Vor Bohrungen in Wände oder Decken den Verlauf möglicher Strom-, Gas- und Wasserleitungen prüfen.
- Vor einem Wechsel von Bohrer oder Bit das Gerät gegen unbeabsichtigtes Anlaufen sichern; bei wechselbaren Akkus diesen nach Herstelleranweisung entnehmen.
- Bei blockierendem Bohrer sofort ausschalten und die Ursache erst bei stillstehendem Werkzeug beseitigen. Die Maschine nicht gewaltsam weiterdrehen.
Akkus laden und richtig lagern
Heute werden in Akku-Bohrschraubern überwiegend Lithium-Ionen-Akkus verwendet. Sie müssen nicht nach jedem kurzen Einsatz vollständig aufgeladen und auch nicht vor dem Laden ganz entladen werden. Für längere Lagerzeiten empfehlen Hersteller vielfach einen teilgeladenen Akku. Die konkreten Vorgaben des jeweiligen Herstellers haben Vorrang.
Akkus sollten trocken und vor großer Hitze, Feuchtigkeit, Stößen sowie Kurzschlüssen geschützt gelagert werden. Zum Laden sind ausschließlich für das jeweilige Akkusystem freigegebene Ladegeräte zu verwenden. Stark beschädigte oder ungewöhnlich heiße Akkus dürfen nicht weiterbenutzt werden.